Dienstag, 29. Juni 2027 (Tag der Umarmung)

Leitvers

Ich - ich allein - bin es, der deine Übertretungen um meiner selbst willen tilgt und nicht mehr an deine Sünden denkt.
Jesaja 43,25

Beziehungen / Freundschaft

Rückhaltlos vergeben

Beschämt umarme ich unsere Zehnjährige. Ich habe mich von meinem Zorn hinreißen lassen, meine Stimme erhoben und war gemein. Dabei war mir bereits im Eifer des Gefechts klar, dass meine Reaktion unnötig heftig war. Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt, und der Streit ist geklärt. Unter Tränen bat ich sie um Vergebung. Nun ist wieder Ruhe eingekehrt.

Dennoch lassen mich mein falsches Verhalten, die (vergangene) losgelöste Wut und mein Gezeter nicht los. »Ach, Kind, ich schäme mich immer noch so sehr für meinen Zornausbruch!« - »Aber Mama, warum denn? Ich habe dir doch vergeben.« Dann sieht mich meine Tochter prüfend und fragend an: »Du sagst immer, dass Gott so verzeiht, als ob nichts gewesen wäre. Er wischt die Sünde einfach weg, und wir können fröhlich sein. Das stimmt doch, oder?«

Ihre Aussage bewegt mich sehr. Unser Streit war weniger für sie als für mich eine Gegenstandslektion. Sie hat uneingeschränkt vergeben, ohne einen weiteren negativen Gedanken oder ein negatives Gefühl an den Streit zu verschwenden. Als ob es den Vorfall niemals gegeben hätte. Faktisch gesehen liegt bei mir Schuld vor, doch ihre Liebe wischt sie weg und spricht mich frei von meiner Schuld, meinem Versagen und schlechtem Vorbild. Durch ihre Vergebung steht nichts mehr zwischen uns, ich darf innerlich loslassen und mich wieder freuen.

Ihr Vorbild erinnert mich an Jesus. Er vergibt allen, die ihre Schuld bekennend zu ihm bringen - ohne Vorwürfe, Vorbehalte und Bedingungen. Dann steht nichts Trennendes mehr zwischen Gott und Mensch. Das durfte ich erfahren. Weshalb soll ich also weiterhin meiner Schuld ihm gegenüber hinterhertrauern? Stattdessen darf ich mich an seiner unverdienten Liebe und Vergebung freuen.


Dina Wiens
Frage

Welche ungelöste Streitigkeiten belasten Sie?

Tipp

Sie dürfen sie vor Jesus bringen und ihm bekennen - er will und kann sie lösen.

Bibellese
Johannes 21,15-23

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