Donnerstag, 01. November 2012

Leitvers

Da bildete Gott, der HERR, den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.
1. Mose 2,7

Adam, wo bist du?

Adam, wo bist du?

In manchen Häusern Deutschlands hängt das Bild »Die Erschaffung Adams«, ein Ausschnitt aus dem Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle im Vatikan von Michelangelo Buanarotti, das heute vor 500 Jahren feierlich enthüllt wurde.
Den Auftrag zur Ausgestaltung der Decke der Sixtinischen Kapelle, in der auch die Papstwahlen stattfinden, hatte Michelangelo (1475-1564) von Papst Julius II. bekommen. In den größten Feldern der Decke gestaltete er die Urgeschichte von der Schöpfung bis zur Sintflut und zur Rettung Noahs aus. Hinzu kommen in kleineren Feldern verschiedene andere biblische Darstellungen und Personen. Die Aufgabe war nicht nur eine künstlerische Herausforderung, die Michelangelo auf dem Höhepunkt seines Schaffens als Maler zeigt. Sie war auch körperlich äußerst anstrengend, da er sie auf einem Gerüst liegend über Kopf ausführen musste. Wichtige Punkte hatte er mit Kohlestaub durch Löcher von seinen Kartonvorlagen auf den Putz übertragen und danach die Ausgestaltung vorgenommen. In dem Adam-Ausschnitt ist Adam gerade aus der Hand Gottes hervorgegangen und man erkennt noch die enge Verbindung zwischen Schöpfer und Geschöpf.
Diese Beziehung zum Schöpfer wird heute weitgehend geleugnet, vermutlich auch von vielen, die das Bild in ihrer Wohnung hängen haben und es nur als Kunstwerk sehen. Der Mensch möchte autonom sein, Gott nicht auf seinen fragenden Ruf »Mensch, wo bist du?« antworten. Aber der Schöpfer möchte seine Geschöpfe zurück in die Gemeinschaft mit sich bringen. Deshalb macht er in Jesus Christus - und nur in ihm - das Angebot zur Umkehr. Man könnte die Szene also auch umgekehrt interpretieren: Der Mensch streckt sich nach Gott aus und Gott reicht ihm die Hand!

Bernd Hüsken


Frage
Haben Sie Gott auf die Frage »Wo bist du?« schon geantwortet?
Tipp
Sehen Sie Gott nicht nur als Gegenstand der Kunst, sondern als Ihren Schöpfer, dem gegenüber Sie verantwortlich sind!
Bibellese
Hiob 36,1-18

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