
Der HERR macht die Gefangenen frei.
Psalm 146,7

Fast jeder, den ich kenne, hat (mindestens) einen Adventskalender. Seine Geschichte reicht zurück bis ins 20. Jahrhundert: Ab 1920 kamen Kalender auf, deren Türchen man öffnen konnte. Dahinter verbargen sich zunächst Bildchen, erst später wurden diese durch Schokolade ersetzt. Heutzutage gibt es Adventskalender mit fast allem: Parfüm, Lego, Bier, Gewürze zum Grillen, Werkzeug usw. All diesen Adventskalendern ist gemein, dass ihre Besitzer Tag für Tag, vom 1. bis zum 24. Dezember, je ein Türchen öffnen. So geleitet dieser Kalender uns durch die Adventszeit.
Eine etwas andere Sicht auf Adventskalender erhielt Dietrich Bonhoeffer, als er im Advent 1943 in einer Zelle im Gefängnis Berlin-Tegel einsaß. In einem Brief schrieb er: »So eine Gefängniszelle ist übrigens ein ganz guter Vergleich für die Adventssituation; man wartet, hofft, tut dies und jenes - letzten Ende Nebensächliches. Die Tür ist verschlossen und kann nur von außen geöffnet werden.« Sehr gern hätte auch er die Türen geöffnet, um Freiheit zu erlangen.
Doch er saß auf der falschen Seite. Die einzige Tür, die er sah, war fest verschlossen. Sie konnte nur von außen geöffnet werden. Das hat mir vor Augen geführt, dass es im Verhältnis zwischen Mensch und Gott auch so ist: Wir sind gefangen in unserem Leben, in unserer Schuld. Es ist für uns nicht möglich, die Tür zu Gott aufzuschließen. Diese Tür kann nur von Gottes Seite geöffnet werden. Doch genau das ist - sozusagen im Advent vor rund 2000 Jahren - geschehen: Gott wurde Mensch. Er kam gleichsam durch die Tür des Himmels in unser Leben. Seitdem steht diese Tür für jeden offen, der hindurchgehen und frei werden will. Nur tun muss man es. Sonst bleibt diese Tür des Lebens von meiner Seite ewig verschlossen.

Was findet sich in Ihrem Adventskalender?

Jesus Christus steht vor Ihrer Herzenstür und klopft an - lassen Sie ihn heute herein!
