Samstag, 03. November 2018

Leitvers

Denn wenn du dich auch mit Lauge wüschest und viel Seife dazu nähmest, so würde deine Schuld vor meinem Angesicht doch schmutzig bleiben, spricht Gott, der Herr.
Jeremia 2,22

Unter den Teppich kehren?

Unter den Teppich kehren?

Beim Abendbrot sagte die Mutter: »Jetzt, wo die Gartenarbeit wieder losgeht, schaffe ich die ganze Hausarbeit nicht allein. Ihr beiden« – dabei meinte sie die beiden dreizehnjährigen Mädchen – »müsst mir helfen, indem ihr eure Zimmer selbst in Ordnung haltet.« Das gefiel den beiden gar nicht. Und oben, in ihren Zimmern, sagte die eine: »Ich fege den Dreck einfach unter den Teppich«, und die andere meinte: »Unter meinem Bett ist Platz für alles Gerümpel. was bei mir so rumliegt. Dann sind wir beide schnell fertig; denn jede Woche braucht man den Staub nicht abzuwischen.«
Ziemlich pfiffig, die beiden! Aber wenn Mutter nun einmal etwas gründlicher nachguckt?
So machen es sehr viele Menschen auch mit den Schulden, die sie sich gegenüber ihren Mitmenschen und auch Gott gegenüber aufgeladen haben. Sie versuchen zunächst, alles so gut wie möglich zu vertuschen, und wenn dann doch einmal jemand »unter den Teppich« guckt, dann haben sie tausend Entschuldigungen, und sie belasten andere damit. Dadurch wird die Atmosphäre zwischen Verwandten, Nachbarn und Arbeitskollegen vergiftet und viel Misstrauen gesät.
Sollen nun wieder Frieden und Vertrauen hergestellt werden, gibt es nur ein Mittel: Man muss gründlich aufräumen und die Betroffenen um Verzeihung bitten. Wichtig ist dabei, dass man wirklich aufräumt und auch alles zur Sprache bringt, und nicht nur das, was man nicht mehr verstecken kann.
Wer Gott kennt, hat es da sehr gut, weil er weiß, dass Gott sowieso alles unter dem Teppich und Bett längst gesehen hat. Ihn können wir mit unserer Heuchelei nicht täuschen, und er wird allen alles vergeben, wenn wir ehrlich werden.

Waltraud Baumann


Frage
Wo liegt bei Ihnen noch »Dreck unter dem Teppich«?
Tipp
Vertrauen wächst nur dort, wo wir selbst vertrauenswürdig handeln.
Bibellese
2. Samuel 11,14-27

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