Montag, 04. Januar 2027

Leitvers

Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
1. Mose 2,7

Religionen / Weltanschauungen

Der Mensch

»Der Mensch ist die einzige Kreatur, die sich weigert, das zu sein, was er ist.« Diese Worte schrieb der französische Philosoph und Religionskritiker Albert Camus (07.11.1913 - 04.01.1960). Nach seiner Meinung ist das Leben im Wesentlichen sinnlos, ja, absurd, und mit dem Tod ist endgültig alles aus. Diese Haltung ist nicht kompatibel mit dem Inhalt der Bibel. Umso erstaunlicher finde ich es, dass der eingangs zitierte Satz das biblische Dilemma des Menschen aus Gottes Sicht auf den Punkt bringt:

1. Die Bibel lehrt, dass wir Gottes Geschöpfe (Kreaturen) sind, wie der Tagesvers deutlich zum Ausdruck bringt. Doch der Mensch weigert sich, seine Geschöpflichkeit anzuerkennen. Er schreibt seine Existenz lieber einem blinden Schicksal zu, der zufälligen Verkettung von Energie, Proteinen und Aminosäuren.

2. Die Bibel lehrt, dass der Mensch Gott rechenschaftspflichtig ist. So muss er zum Beispiel Gott eines Tages Rechenschaft ablegen über jedes unnütze Wort (Matthäus 12,36f.). Gott wird die Lebenden und die Toten richten (2. Timotheus 4,1). Doch der Mensch weigert sich, diese reale Verantwortung anzuerkennen. Er hält sich für autonom handelnd.

3. Schließlich lehrt die Bibel, dass Gott den Menschen mit Liebe sucht: »Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat« (Johannes 3,16). Doch der Mensch weigert sich, dieses Liebesangebot anzunehmen, und schlägt Gottes Hand aus.

Wer jedoch seine Weigerungshaltung aufgibt und anerkennt, ein Geschöpf Gottes zu sein, versteht, dass die eigene Lebensschuld von Gott trennt. Wer Gottes suchende Liebe annimmt, erlebt seine wahre menschliche Bestimmung.


Markus Majonica
Frage

Wie stehen Sie zu Camus’ Bilanz der menschlichen Kreatur?

Tipp
Wirklich absurd ist es, Gottes Liebe zu ignorieren!
Bibellese
1. Johannes 3,1-10

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