
Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau.
Galater 4,4

Eigentlich stammte er aus einer einfachen korsischen Adelsfamilie. Doch wenn man Kaiser der Franzosen werden möchte, dann reicht ein bisschen Landadel nicht. Und so tat der ehrgeizige Napoleon alles, um seine Herkunft zu verschönern: Aus »Buonaparte« wurde »Bonaparte«. Er betonte Verbindungen, die seine Familie zu alten Adelsgeschlechtern hatte. Er setzte Verwandte als Könige oder Herzöge ein, sodass der Eindruck entstand, seine Familie habe schon immer zu den Herrschenden gehört. Sich selbst inszenierte er in der Tradition Karls des Großen und der römischen Kaiser. Alles sollte zeigen: Dieser Mann ist von Natur aus zum Herrschen bestimmt.
Mit diesem Vorgehen war Napoleon nicht allein. Ein bisschen Ahnenfälschung war bei Herrschern aus einfachen Verhältnissen durchaus üblich. Unliebsame Verwandte oder unehelich geborene Vorfahren konnten auch schon mal komplett aus dem Stammbaum entfernt werden, damit kein Schatten auf den neuen Herrscher fiel.
Wenn man das Neue Testament zu lesen beginnt, stößt man zuerst auf eine lange Namensliste: den Stammbaum von Jesus. Die Versuchung ist groß, einfach darüber hinwegzulesen. Doch ein näheres Hinsehen lohnt sich. Denn besonders auffällig sind vier Frauen, die in diesem Stammbaum vorkommen: Tamar, Rahab, Rut und Batseba. Was waren das für Frauen? Eine Frau mit einer anstößigen Vergangenheit, eine Prostituierte, eine Ausländerin, eine Ehebrecherin. Ein menschlicher Herrscher hätte solche Namen wohl lieber weggelassen.
Doch Jesus schämt sich dieser Frauen nicht. Auch wird er (natürlich) von einer Frau geboren. Das alles zeigt: Gott schreibt Geschichte mit sündigen Menschen. Wer ihm seine Fehler und sein Versagen bekennt, den nimmt er an - und fügt ihn in seine große Heilsgeschichte ein.

Welche unangenehmen Dinge würden Sie am liebsten vor Gott verbergen?

Kommen Sie zu Gott - so, wie Sie sind!
