
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Psalm 23,4

Der Pfarrer Wilhelm Busch (1897-1966) lebte im Ruhrgebiet. Während des Zweiten Weltkrieges erlebte er die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus unmittelbar. In jener Zeit wagte es kaum jemand, offen seine Meinung zu äußern, da Denunzianten für ihre Hinweise mit Vergünstigungen belohnt wurden und viele aus Angst vor Verrat schwiegen. Später musste Wilhelm Busch zudem miterleben, wie seine Heimat wiederholt bombardiert wurde. Die Lage war zum Verzweifeln. Dennoch hielt er unbeirrt an seinen christlichen Überzeugungen fest. Als Folge davon wurde er eines Tages verhaftet und in ein Gestapo-Gefängnis nach Essen gebracht. Dort nahm man ihm sogar seine Bibel weg. So saß er einsam und niedergeschlagen in seiner Gefängniszelle. Die Verzweiflung bestimmte seine Gedanken.
Da öffnete sich plötzlich die Tür. Ein Wärter trat ein und sagte: »Jemand aus Ihrer Kirchengemeinde war hier und hat einen Korb mit Obst für Sie abgegeben. Den dürfen wir Ihnen nicht aushändigen. Aber eine Grußkarte war dabei - die können Sie bekommen.« Auf der Karte stand nur ein kurzer Hinweis: »Psalm 23,4« - ein Verweis auf unseren Tagesvers.
Für Wilhelm Busch veränderte diese Botschaft seine Situation. Denn dadurch spürte er nicht nur die menschliche Anteilnahme, sondern auch Gottes Gegenwart mitten in seiner Not. Eben noch war er voller Traurigkeit und Frustration gewesen - nun hatte er allen Grund, in seiner Zelle Gott zu loben.
Solchen Zuspruch dürfen auch wir heute erfahren. Der gute Hirte aus Psalm 23 ist Jesus Christus, Gottes Sohn. Wir können ihm genauso wie Wilhelm Busch damals unser Vertrauen schenken. Er möchte uns auch in den dunklen Stunden und Herausforderungen unseres Lebens stärken und leiten.

Welche Zeiten empfinden Sie wie ein finsteres Tal?

Lernen Sie den ganzen Psalm 23 auswendig!
