Dienstag, 09. August 2005

Leitvers

Was wird es einem Menschen nützen,
wenn er die ganze Welt gewönne,
aber sein leben einbüßte?

Matthäus 16,26

Nie den Hals vollkriegen!

Nie den Hals vollkriegen!

Der galizische Fischer saß an der Hafenmole und blinzelte in die Nachmittagssonne. Ein Tourist setzte sich zu ihm und fragte ihn, warum er nicht bei einem so schönen Wetter zum Fischen hinausführe. »Ich war schon,« gab der kurz zur Antwort. – »Ja, aber sie hätten doch noch einmal fahren können?!« – »Warum?« – »Weil sie dann doppelt so viel verdient hätten.« – »Wozu?« – »Dann könnten Sie bald ein zweites Boot kaufen und wohlhabend werden, und später könnten Sie dann in aller Ruhe Ihr Leben genießen.« – »Das tu ich doch jetzt schon!« Recht hat er!
Natürlich sollen wir unsere Gaben anwenden und fleißig sein; falsch wird die Sache nur, wenn wir in jedem erreichten Ziel nur die Sprosse sehen, die uns dem nächst höheren Ziel entgegenbringt. Dann bleibt keine Zeit zum Nachdenken, und wir können das Gewonnene nicht dankbar genießen. Wir treiben uns selbst unaufhörlich vorwärts, um künftig »leben« zu können, während das Leben an uns vorübergeht. Eigentlich ist es auf der Karriereleiter doch ziemlich ungemütlich.
Vor allem aber will Gott, dass wir uns Zeit nehmen, über ihn und unser Verhältnis zu ihm nachzudenken. Das mag dazu führen, dass es andere in dieser Welt weiter bringen als wir. Aber was wird das in hundert Jahren ausmachen? Da zählen andere Werte.
»Na, mich kann er mit diesem Text nicht meinen«, denkt vielleicht mancher, der gar keine Arbeit hat und schon lange meint, dass für ihn der »Dampfer längst abgefahren« ist. Aber auch solchen Leuten geht es seltsamerweise so, dass sie keine Zeit zur Besinnung haben. Immer ist etwas los. Immer dudelt irgendetwas. Möge Gott uns zeigen, was wirklich nötig für uns ist!

Hermann Grabe
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Apostelgeschichte 21,15-26

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