Donnerstag, 10. Juni 2004

Leitvers
Denn das Wort vom Kreuz ist denen,
die verlorengehen, Torheit!

1. Korinther 1,18

Ein Kreuz mit dem Kruzifix!

Ein Kreuz mit dem Kruzifix!

Nicht mehr zumutbar! Die Medien hatten vor Jahren ihr »Fressen«. Jeder schlachtete es nach Belieben aus. Tatort: Klassenraum! Gegenstand: Kruzifix! Kläger: Eltern von Schülern! Das Kreuz in den vorwiegend bayrischen Klassenräumen muss verschwinden. Dieser »Galgen« passt nicht in ein ethisch-moralisches Erziehungskonzept. »Wir können unseren Kindern diesen Anblick nicht mehr zumuten«, war zu hören. Übrigens – das »Logo« der Christenheit war schon immer ein Stein des Anstoßes. Nichts Neues unter der Sonne. Der Schandfleck muss weg! »Klar, die Liebe Gottes dürfen sie verkündigen«, sagte mir ein Passant in der Fußgängerzone während eines Gespräches. »Aber dieser Marterpfahl stört mich! Eine solche Bluttheologie passt nicht in mein Gottesbild!« Ich nehme diesen Einwand ernst. Das Kreuz lässt ja schon Zweifel aufkommen. Wie kann ein liebender Gott seinen Sohn auf so schändliche Weise am Kreuz bluten lassen?
Antwort: Der Justizmord von Golgatha zeigt uns in aller Schärfe, wie grausam, verlogen und hasserfüllt, kurz – wie verloren wir Menschen sind. Wir können uns allesamt nicht retten. So erweist Gott seine Liebe und sein Erbarmen uns gegenüber darin, dass er sich selbst in seinem Sohn zum Opfer macht und dadurch die Strafe auf sich nimmt, die wir verdient hatten. Ein einfaches »Schwamm drüber« hätte nicht der Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes entsprochen. Aber das kann man nicht durch Philosophie begreifen, sondern nur durch den Heiligen Geist, der uns dafür zuerst in die existenzielle Angst des Verlorenseins bringt und uns dann zeigt: Christus stirbt als Stellvertreter für uns. Der Sterbende wird zum Lebensspender!

Rudolf Gerhardt


Frage
Ist Ihnen die Geschichte mit dem Kreuz auch zu unästhetisch?
Tipp
Bedenken Sie, welchen Eindruck unsere grausame, ungerechte Welt auf den heiligen Gott machen muss.
Bibellese
1. Korinther 1,18-31

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