Freitag, 14. April 2017

Leitvers
»Andere hat er gerettet«, riefen sie, »sich selbst kann er nicht retten!«

Matthäus 27,42

Kläglich versagt?

Kläglich versagt?

Der Wanderprediger Jesus Christus war in den letzten drei Jahren heilend und lehrend durchs Land gezogen, hatte Aussätzige, Gelähmte, Fieberkranke, Besessene, Taubstumme und viele andere Kranke geheilt. Er hatte Blinde sehend gemacht und erfolglosen Fischern zu einem ungewöhnlich großen Fischfang verholfen. Mit gerade mal zwei zur Verfügung stehenden Fischen und fünf Broten hatte er mehrere Tausend Menschen gesättigt, und noch vor wenigen Tagen hatte er beim Einzug in Jerusalem einen enthusiastischen Empfang erlebt. Er hatte sich als Sohn Gottes erwiesen und konnte sogar Tote auferwecken!
Und jetzt? Von einer aufgepeitschten Menge wird er vor den Richter gezerrt und erwidert kein Wort zu seiner Verteidigung. Im Gegenteil: Er lässt sich von aufgebrachten Soldaten bespucken und eine aus langen, spitzen Dornen geflochtene Krone aufsetzen – er wehrt sich selbst dann nicht, als man sogar noch mit einem Rohr darauf schlägt. Er, dem in den letzten Jahren uneingeschränkt göttliche Macht zur Verfügung zu stehen schien, wirkt auf einmal so völlig anders. Er wehrt sich sogar auch dann nicht, als die Peiniger ihn an ein Kreuz nageln.
Wie gesagt: Jesus hatte – neben vielen anderen belegten Wundern – sogar Tote auferweckt. Ist er jetzt etwa nicht in der Lage, sich zu wehren und sich der qualvollen Hinrichtung am Kreuz zu entziehen? Kann er nicht – wie noch kurz zuvor bei einer anderen Gelegenheit – dafür sorgen, dass seine Peiniger durch ein gebietendes Wort ohne Gewaltanwendung zurückweichen? Versagt Jesus Christus am Ende womöglich auf ganzer Linie? Zumindest heute, an Karfreitag, ist das eine nachvollziehbare Fragestellung. Aber es geht weiter ... Gott sei Dank.

Markus Ditthardt

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Frage
Warum wohl hat Jesus Christus seine Macht nicht entfaltet und den Justizmord verhindert?
Tipp
Nicht alles, was vordergründig wie Versagen oder Schwäche aussieht, endet in einer Niederlage.
Bibellese
Matthäus 27,1-2.11-55

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