
Du hast Menschen auf unserem Haupt reiten lassen; … aber du hast uns herausgeführt zu überströmender Erquickung.
Psalm 66,12

Warum ist die Kamille häufig an Wegrändern anzutreffen? Der Volksmund sagt: »Die Kamille hat es zu ihrem Gedeihen nötig, getreten zu werden.« Dieser Spruch ist zutreffend: Die Kamille hat eine hohe Toleranz gegenüber Bodenverdichtung und Trittbelastung. Achten Sie im Frühsommer einmal darauf: Die weiß-gelbe Blume wächst wild oft an Wegrändern, sogar auf Schuttplätzen und Verkehrsflächen, ja, sogar dort, wo ständig Menschen laufen oder Fahrzeuge fahren.
Die Kamille gedeiht an Standorten, wo sie niedergetreten wird. Ist sie vielleicht gerade deshalb so besonders heilsam? Obwohl sie niedergedrückt und in ihrem Wachstum gehemmt wird, ist diese unscheinbare Pflanze nicht nur widerstandsfähig, sondern sogar heilkräftig! Kamille entfaltet eine beruhigende sowie krampf- und angstlösende Wirkung.
Übertragen wir das Gleichnis der Kamille auf uns Menschen: Druck muss nicht das Ende sein. Rückschläge lassen sich durch Gottes Gnade in Wachstum und Wohltuendes verwandeln. Leidvolles im Leben soll dazu führen, dass wir nicht bedrückter, sondern trostfähiger werden. Vom Volk Israel in ägyptischer Knechtschaft heißt es: »Je mehr sie es drückten, desto mehr vermehrte es sich und breitete sich aus« (2. Mose 1,12). Wenn andere auf Ihnen herumtrampeln, denken Sie an das Beispiel der Kamille und der Kinder Israel.
Auch Jesus Christus wurde »wie ein Wurm« zertreten (Psalm 22,7). Dennoch kam aus seinem Leben und Sterben kein Gestank, sondern nur »duftender Wohlgeruch« (Epheser 5,2): Er heilte das Ohr seines Häschers, er betete für die, die ihn grausam annagelten und tröstete seinen Mitgehängten. Am Kreuz schien er endgültig niedergetreten - und stand doch aus dem Grab auf als der Heiland der Welt.

Wo fühlen Sie sich »niedergetreten« - und was könnte Gott daraus wachsen lassen?

Jesus möchte Sie aufrichten und »aus Zitrone Limonade machen«.
