Freitag, 15. Oktober 2027

Leitvers

Pharao: »Nun wurde mir von dir berichtet, dass du einen Traum nur hören musst, um ihn zu deuten.« »Nein, nicht ich«, erwiderte Josef. »Gott wird eine Antwort geben, die dem Pharao zum Guten ist.«
1. Mose 41,15-16

Krankheit / Medizin

Aber Gott!

Unser Kind ist krank. Die Mediziner der Spezialklinik empfehlen verschiedene Therapien - mit der ehrlichen Einschränkung, dass es für diese Erkrankung keine bewährte Behandlung gibt, weil die Ursachen nicht eindeutig nachvollziehbar sind. Vieles sei ein Abwägen und ein Versuch, unserem Kind Leben und Lebensqualität zu ermöglichen. Die Erfolgsrate liege bei 50 %. Die Nebenwirkungen: Demenz, im schlimmsten Fall der Tod. »Auch unser Wissen hat seine Grenzen«, so der fast hilflose Tenor.

Da stehen wir Eltern nun, alleingelassen mit Entscheidungen, die uns niemand abnehmen kann. Inmitten tiefer Verzweiflung beeindruckt mich die Ehrlichkeit der Ärzte. Es erfordert Mut, seine Grenzen zuzugeben. Wir Menschen neigen eher dazu, uns zu profilieren. Wer gibt schon gern sein Unvermögen zu?

In dieser schweren Situation muss ich an die Szene aus der Bibel denken, in der Josef vor dem mächtigen Pharao steht und den Traum des Herrschers deuten soll. Statt großzutun und auf seine beeindruckenden Erfolge zu verweisen, stellt Josef klar: »Ich kann das nicht. Aber Gott!« Josef war überzeugt, dass Gott alle physikalischen Gesetzmäßigkeiten sprengen kann. Denn mal ehrlich: Kein Mensch kann Träume zuverlässig deuten. Aber Gott kann es! Er steht außerhalb von Raum und Zeit und ist nicht an unsere Umstände gebunden. Er ist allmächtig, grenzenlos.

In unserer familiären Situation bedeutet das: Gott kann sich über Nebenwirkungen und sogar Erkrankungen hinwegsetzen. Wir erleben tiefen Frieden in der Gewissheit, dass Gott alles unter Kontrolle hat und Grenzen sprengen kann. Tag für Tag erlebe ich, zu welchen unkonventionellen Mitteln er greift, um meinen Grenzen seine segnende Grenzenlosigkeit gegenüberzustellen.


Dina Wiens
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Tipp

Gott kann auch diese Grenze überwinden!

Bibellese
2. Korinther 12,5-10

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