Samstag, 17. Februar 2007

Leitvers
Wendet euch schweigend zu mir ... und (sie) mögen neue Kraft gewinnen.

Jesaja 41,1

Vor Gott schweigen können

Vor Gott schweigen können

Kennen Sie die Situation? Man empfängt einen wildfremden Besuch und bemüht sich, nach einer kurzer Begrüßung eine gekünstelte Konversation in Gang zu halten. Das ist anstrengend. Doch irgendwann geht dann der Gesprächsstoff aus. Das ist peinlich. Aber vielen geht es in ihrer Beziehung mit Gott genauso. Das ist schlimm.
Unter eng Vertrauten kommt es nicht zu dieser Verlegenheit. Personen, die sich gut kennen, können auch gut miteinander schweigen. Dieses grundlegende Prinzip gilt auch für das Gespräch mit Gott, dem Gebet. Verlegen suchen manche nach den passenden Worten, nach vorgestanzten Formulierungen, weil Gott ihnen fremd ist.
Wenn aber Gott durch Jesus Christus unser Vater geworden ist, wird uns das Gespräch mit ihm zu einem Bedürfnis und zu etwas Natürlichem. Aber wir dürfen auch schweigend vor ihn treten und in der Stille vor ihm Kraft gewinnen. Wir können unser verzagtes, ängstliches Herz vor ihm zur Ruhe bringen, weil er größer ist als unser Herz (1. Johannes 3,19). Unser unaussprechliches Seufzen kann mehr sagen als tausend Worte. Das ist gerade dann sehr tröstlich, wenn wir zu müde, zu kraftlos oder zu traurig sind, um mit Gott zu reden.
Mark Twain, der leider keine Beziehung zu Gott hatte, schreibt sehr treffend: »Wie oft werfen wir uns im Bett hin und her und grübeln nach, während unser geplagter Kopf und Körper sich besser im Schlaf erholen sollte. Wenn ein Rasiermesser lange gedient hat und sich nicht mehr schärfen lässt, legt es der Frisör zur Seite und die Schärfe kommt durchs Ausruhen wieder. Leblosen Dingen schenken wir oft unsere wohl bedachte Sorgfalt, aber nicht uns selbst.« Ruhen Sie mal wieder vor Gott in der Stille des Gebets. Das schenkt neue Kraft.

Andreas Fett

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Frage
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Tipp
»Du Mensch im Strudel dieser Zeit, so steh doch endlich still, weil Gott, der Herr der Herrlichkeit, dir etwas sagen will.«
Bibellese
Psalm 73,21-28

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