Dienstag, 17. April 2012

Leitvers

Aus demselben Mund geht Segen und Fluch hervor. Dies, meine Brüder, sollte nicht so sein! Die Quelle sprudelt doch nicht aus derselben Öffnung das Süße und das Bittere hervor?
Jakobus 3,10-11

Die zwei Seiten der Zunge

Die zwei Seiten der Zunge

Aesop, der berühmte griechische Fabeldichter, erzählte einmal, wie er in der Zeit seiner Dienerschaft von seinem Herrn, dem Philosophen Xanthus, zum Markt geschickt wurde, um für ein anstehendes Festmahl das beste Fleisch zu besorgen, das er finden konnte.
Als die Gäste schon eingetroffen waren, musste Xanthus entsetzt feststellen, dass das gesamte Fleisch einzig und allein aus lauter Zungen bestand! Ärgerlich stellte er den Diener zur Rede, doch dieser antwortete mit den weisen Worten: »Du trugst mir auf, das Beste zu kaufen, was es gibt ... Und die Zunge ist wirklich etwas Wunderbares, sie ist die Kraft, die die Gesellschaft zusammenhält, das Organ der Vernunft, das Werkzeug zum Lob der Götter!«
Um das nicht noch einmal zu erleben, trug der frustrierte Hausherr seinem Diener Aesop beim nächsten Mal auf, das Schlechteste auf dem Markt zu kaufen, was es dort gab ... Doch mit Entsetzen musste er hinterher feststellen, dass Aesop wieder nichts als »Zunge« gekauft hatte. Zornig stellte er ihn dafür zur Rede. Doch Aesop antwortete ruhig: »Die Zunge war wirklich das Schlechteste, was ich auf dem Markt finden konnte. Sie ist das Werkzeug von Zank und Streit, das Organ von Lug und Trug und das Mittel, mit dem die Götter entehrt und verleugnet werden.«
Aesop sagte also dasselbe, wie das 3. Kapitel des Jakobusbriefes: Die Zunge kann sowohl zum großen Fluch als auch zum großen Segen benutzt werden.
Daher ist es so wichtig, dieses Organ ganz bewusst der Herrschaft Gottes zu unterstellen. Folgendes Gebet aus der Bibel kann dabei hilfreich sein: »Bestelle, Herr, eine Wache für meinen Mund! Wache über die Tür meiner Lippen!« (Psalm 141,3)

Stefan Nietzke


Frage
Welches Rezept wenden Sie an, damit Ihre Zunge keinen Schaden anrichtet?
Tipp
Wer mit Gott in Verbindung bleibt, redet nichts Böses.
Bibellese
Jakobus 3,1-12 und Amos 5,12-13

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