Freitag, 26. Januar 2007

Leitvers

Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
Römer 7,18.19

Alltag

»Das wollte ich nicht!«

»Darf ich dir nicht sagen, dass das nicht passt?« Als Antwort darauf zucke ich nur eingeschnappt mit der Schulter und werfe meinem Mann einen beleidigten Blick zu. Stille. Wir beide wissen, dass wir einander Unrecht getan haben. Ich verlasse den Raum und schließe die Tür hinter mir. Lauter als sonst. Wie ich wieder zurückkomme, herrscht noch immer verlegenes Schweigen. Wer bricht das Schweigen endlich? Als ich mir noch überlege, wie ich meine Entschuldigung am besten formulieren könnte, beginnt mein Mann: »Es tut mir Leid, wenn ich dich gekränkt habe. Das wollte ich nicht!« - »Und mir tut es Leid, dass ich so gereizt reagiert habe. Das wollte ich auch nicht.«
Wieso verhalte ich mich so oft ganz anders, als ich es eigentlich will? Immer wieder passiert es mir, dass ich Dinge sage, tue oder denke, von denen ich ganz genau weiß, dass sie falsch sind. Ich weiß, wie ich mich verhalten sollte, aber ich schaffe es einfach nicht. Wie gut, dass mein Mann und ich einander immer wieder vergeben können. Wir können deshalb verzeihen, vergeben und vergessen, weil wir beide wissen, dass uns von Gott noch viel größere Schuld vergeben wurde. So wie alle Menschen, sind auch wir beide Sünder und schaffen es einfach nicht, sündenfrei zu leben. Deshalb waren wir schuldig vor Gott, der jede Art von Sünde hasst und verurteilt. Hätte Gott uns nicht das Angebot der Vergebung gemacht, müssten wir selbst für unsere Schuld bezahlen. Dieses Angebot besteht darin: Gottes Sohn - Jesus Christus - beglich unsere Schuld mit seinem freiwilligen Tod am Kreuz. Es liegt an uns, dieses Angebot persönlich in Anspruch zu nehmen.

Susanne Eisl


Frage
Worin sind Sie heute Ihren Mitmenschen - und Gott - gegenüber schuldig geworden?
Tipp
Wer weiß, dass er selbst immer wieder Vergebung nötig hat, lernt, auch die Schuld anderer zu vergeben.
Bibellese
Matthäus 18,21-35

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